Auschwitz-Gedenktag: Die Ärzte

Heute ist der 73. Jahrestag der KZ-Befreiung. Es geht Ihnen wie mir, ich kann und will über die NS-Menschenversuche Nichts mehr hören und sehen. Aber eine Wiederholung kann nur verhindert werden, wenn   Folgegenerationen daran erinnert werden, was Menschen -in diesem Fall auch Ärzte- anderen Menschen ohne Not antaten. Und auch heute antun-wenn Staaten foltern sind Ärzte dabei. TV-Sender gehen immer mehr dazu über, die NS-Gewalttaten nurnoch in Worten zu schildern statt in Bildern weil die Zuschauer sonst wegschalten. (So zB im Film „Die Auschwitz-Ärzte des Todes“ / Doku-Film Frankreich 2010 ) Unterkühlungsexperimente, Unterdruckexperimente etc.etc. Nazi-Arzt Dr.Münch gab dem Spiegel vor wenigen Jahren beim Marmorkuchen ein Interview: Man habe den KZ-Häftlingen „Eiter injiziert, um den Zusammenhang zwischen vereiterten Zahnwurzeln und Rheumatismus zu untersuchen“ , nach dem Interview bekam Münch „Besuch vom Staatsanwalt“, hier der Link zu dem Spiegel-Interview „Versuche, die sonst nur an Kaninchen möglich sind“  Um diesen Arzt Dr.Münch und dessen Spiegel-Interview geht es auch in Bericht in Zeitung „Die Welt“ Dez.2011
und  Interessant: „Der Spiegel“ 1960 . Zur Rolle der Charite in der NS-Zeit humbold-uni-Berlin .
65 Jahre nach Kriegsende, nachdem die Opfer tot sind und keine Entschädigungen mehr geltend machen können, nach Jahrzehnten des Bestreitens und Verniedlichens: Jetzt begann die Bundesärztekammer damit, Forschung zur Rolle der Ärzte in der NS-Zeit zu fördern „Forschungspreis 2006“
Dokument aus Auschwitz: Bestellschein für Karbolsäure um Häftlinge durch Spritzen in das Herz zu töten. Natürlich wurden solche Spritzen von medizinischem Personal verabreicht: Bestellschein
Ärzte spritzten in Auschwitz zu Tode, oder ließen zu Tode spritzen: Aus der „Ärztezeitung“

LINKS ZUR DAMALIGEN ROLLE DER ZAHNÄRZTE:
zm-online.de
Buch: Zahnärzte in NS-Zeit
Zahnarzt forscht/Lobenswert! 
Für weitere Infos interessant?
Literaturliste der „Vereinigung Demokratische Zahnmedizin“

[Dieser Beitrag stammt vom 27.1.2015 und wird von mir jährlich hochgeschoben.
Januar 2018: Meine Wahrnehmung ist, dass die Zeiten allgemein nicht besser werden. Die Hemmschwelle, Gewalt gegen Menschen anzuwenden (egal wo und in welchem Land) scheint immer weiter zu sinken. Jeder sollte versuchen, dem durch seine Lebensweise entgegenzuwirken oder sogar konkret einzuschreiten wenn es seine Kraft zulässt.]

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