#metoo an der berliner Charite

Die Charite veröffentlichte zu Monatsbeginn eine schwachsinnige Umfrage über das Ausmass der von Charite-Ärztinnen und Ärzten am Arbeitsplatz selbst erlittenen sogenannten „Grenzüberschreitungen und sexuellen Belästigungen“. Neben direktem sexuellem Fehlverhalten oder sexuellem Missbrauch wurde fast Alles erfasst, was das menschliche Miteinander im Zusammenhang mit sexuellen Wünschen an Stress und Unerwünschtem mit sich bringen kann.  Es galt dementsprechend praktisch fast Alles als irgendwie belästigend, zeitlich wurde das das gesamte „medizinische“ Berufsleben erfasst. Entsprechend hoch waren die Zahlen, woraufhin zB der Berliner Kurier titelte:  „Schock-Umfrage 70 Prozent der Charité-Ärzte wurden Opfer von Übergriffen“  ( =Ergebnis in Kurzform / Artikel vom 6.Oktober 2018)

Mich erstaunt am Ergebnis lediglich, dass lt. Studie bloss 70 % Opfer wurden. Erwarten sollte man bei der albernen Zählweise mindestens 1000%, also Jede(r) zehnmal. Schon einer der ersten Sätze auf der  Website der Charite  lässt ahnen, welch Geistes Kinder hinter dieser „Studie“ stehen, Zitat: „Die aktive Einbindung der Beschäftigten ermöglicht uns ein wahrheitsgetreues Bild des Phänomens zu erhalten“. Soll wohl meinen: Wir haben für unsere Befragung die zu Befragenden befragt.“ (Und dabei zusätzliches Geld für interaktiven- bzw. Multimedia-Schnickschnack verbraten) -> Soziologen- und Psychologengeschwafel mit dem Ziel, das eigene hier weitgehend sinnfreie Treiben zu rechtfertigen.

Beispiele für sogenannte Belästigungen lt.Studie:
Nachpfeifen und Anstarren(13%)“ „unerwünschte Einladungen(7%)“.
Ob sie es will oder nicht: Die Charite veralbert #metoo mit ihrer Nonsens-Studie. Die zudem vom Hamburger Abendblatt mit falscher Überschrift verbreitet wurde:  „70 Prozent der Ärzte werden Opfer sexueller Belästigung“  , was kein Wunder ist bei dieser verwirrenden Studie. In der geht es -anders als das Abendblatt titelte- nicht ausschliesslich um sexuelle Belästigungen. Ebenso falsch titelte die BZ:  „3 von 4 Ärztinnen der Charité haben sexuelle Belästigung erlebt“
Wenn fast Alles irgendwie schon unter „Missbrauch“ läuft, horcht niemand mehr auf, wenn wirkliche Missbrauchsopfer  sich melden. Ich hätte von einer Studie, die Mediziner auf den Weg gebracht haben, mehr Hirn erwartet.

Kurioserweise ist lt. allen Medienberichten in der Studie nicht ersichtlich, w o die Belästigungen stattfanden, ob zB an der Charite oder Anderswo. Eine Studie mit der man was verändern will, sieht anders aus…  Die Befragungen fanden 2015 statt, seitdem haben die „Forscher“ offenbar ihre „Arbeits“zeit mit dem Hin- und Herschieben dieses Datenmülls verbracht. Und wie üblich bei Studien im sozial“wissenschaftlichen“ Bereich kam dabei also in etwa heraus, was schon meine Oma geahnt hätte.
Offenbar hat die Charite zuviel Geld zur Verfügung, oder deren Missbrauchsbeauftragte zuviel Langeweile? (Finanziert von der Charite-Stiftung, der Hans-Böckler-Stiftung/Gewerkschaft und der Stadt Berlin) Aber so kann sich die Charite auch als Kämpfer gegen Missbrauch präsentieren, Zitat von Charite-Chef Professor Einhäupl: „Wir tolerieren keine Form von sexueller Belästigung und vergleichbaren Grenzverletzungen….“ aus obigem Abendblatt-Artikel.
Einen Lichtblick beinhaltet diese Studie dennoch: Es ist angeblich die allererste Untersuchung über sexuelle Belästigung usw. in der Arbeitswelt von Medizinern/Medizinstudenten usw.
Komplette Studie in englischer Sprache

Titel:
PHYSICIANWORK ENVIRONMENT AND WELL-BEING
Prevalence of Sexual Harassment in Academic medicine
=Physikalische Umgebung und Wohlbefinden
Prävalenz(Häufigkeit) sexueller Belästigung in universitätsmedizinischen Einrichtungen.

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